OKKUPATION! Zürich Aufführungen

Mi. 9. Mai, 17.30 Uhr, Stadthaus
dieBotschaft & dieRegierung
Vier Wochen bevor über 200 behinderte und nichtbehinderte KünstlerInnen aus ganz Europa im Rahmen des internationalen Theaterfestivals OKKUPATION! Zürichs Spielstätten besetzen und in aussergewöhnlichen Theateraufführungen, Performances, Konzerten und Lesungen einzig mit den Mitteln der Kunst für Gleichberechtigung und Integration werben, wird das Stadthaus auch konkret politisch zum Schauplatz des Geschehens. Im Rahmen einer friedlichen "Okkupation" des Stadthauses werden Menschen mit Behinderung eine von ihnen verfasste Botschaft an Herrn Rainer Thalmann von der Anlaufstelle Behindertenfragen des Sozialdepartements der Stadt Zürich überreichen. Diese Botschaft beinhaltet Anregungen zu Veränderungen, die Menschen mit Behinderung wichtig sind und auch auf der politischen Ebene ernst genommen werden sollten. Im Anschluss erobert sich dann doch die Kunst wieder die Bühne, dieRegierung übernimmt die weitere Abendregie – und dies mit gutem Grund. Seit dem legendären Regierungstausch mit der St. Galler Legislative ist das Künstlerkollektiv aus dem Toggenburg ohnehin mit der Politik vertraut. Vor allem aber verfolgt dieRegierung konsequent den subversiven Weg in Richtung völliger (künstlerischer) Freiheit. Zwischen Hawaiigitarren- und Ethnosound, Freejazz und Schweizer Volksmusik ist das einzigartige musikalische Ouevre angesiedelt, das man sich nicht entgehen lassen sollte!
Eintritt frei
dieBotschaft & dieRegierung
Vier Wochen bevor über 200 behinderte und nichtbehinderte KünstlerInnen aus ganz Europa im Rahmen des internationalen Theaterfestivals OKKUPATION! Zürichs Spielstätten besetzen und in aussergewöhnlichen Theateraufführungen, Performances, Konzerten und Lesungen einzig mit den Mitteln der Kunst für Gleichberechtigung und Integration werben, wird das Stadthaus auch konkret politisch zum Schauplatz des Geschehens. Im Rahmen einer friedlichen "Okkupation" des Stadthauses werden Menschen mit Behinderung eine von ihnen verfasste Botschaft an Herrn Rainer Thalmann von der Anlaufstelle Behindertenfragen des Sozialdepartements der Stadt Zürich überreichen. Diese Botschaft beinhaltet Anregungen zu Veränderungen, die Menschen mit Behinderung wichtig sind und auch auf der politischen Ebene ernst genommen werden sollten. Im Anschluss erobert sich dann doch die Kunst wieder die Bühne, dieRegierung übernimmt die weitere Abendregie – und dies mit gutem Grund. Seit dem legendären Regierungstausch mit der St. Galler Legislative ist das Künstlerkollektiv aus dem Toggenburg ohnehin mit der Politik vertraut. Vor allem aber verfolgt dieRegierung konsequent den subversiven Weg in Richtung völliger (künstlerischer) Freiheit. Zwischen Hawaiigitarren- und Ethnosound, Freejazz und Schweizer Volksmusik ist das einzigartige musikalische Ouevre angesiedelt, das man sich nicht entgehen lassen sollte!
Eintritt frei

Mi. 6. Juni, Do. 7. Juni, 20 Uhr, Theaterhaus Gessnerallee
Theater Stap (B)
OOK
Die Bühne ist überfüllt mit Tageszeitungen – einer Welt voller Informationen, in der wir uns täglich bewegen. Was davon ist wahr? Wie sollen wir was interpretieren? Wann stimmt die Interpretation? Wenn alle zustimmen? Wer sind alle? Stell mich ihnen vor! "OOK" gibt wenige Antworten, stellt viele Fragen und zeigt jede Menge Träume. Träume der zehn sogenannt geistig behinderten Darsteller, die Sidi Larbi Cherkaoui, Nijinski-Preisträger 2002 und Mitglied des Tanzkollektivs Les Ballets C. de la B., und Nienke Reehorst, Tänzerin bei Meg Stuart und Wim Vandekeybus, zu einer Gastchoreografie eingeladen haben. Arzt werden. Auto fahren. Warum darf ich kein Kind haben? Die Tanzperformance beginnt mit dem Traum, Sänger einer berühmten Band zu sein, und endet mit dem verzweifelten Wunsch nach einem neuen Gesicht. Manchmal können Träume realisiert werden und manchmal nicht. Poetische und surrealistische Szenen wechseln mit Tanzeinlagen voller Energie. Die TänzerInnen wechseln von einer Gefühlslage in die nächste, aber jede dieser Emotionen ist einzig und wahr. "OOK" ist die erste Tanzperformance in der langen Geschichte von Theater Stap, und zweifellos ein Höhepunkt.
Von und mit: Ann Dockx, Jan Goris, Kris Hufkens, Nancy Schellekens, Catherine Springuel, Els Van Gils, Peter Van Lommel, Nadine Van Miert, Marc Wagemans, Gert Wellens
Regie & Choreografie: Sidi Larbi Cherkaoui & Nienke Reehorst
Produktion: Theater Stap und Sidi Larbi Cherkaoui & Nienke Reehorst
Die Aufführung ist Teil eines gemeinsamen Projektes des Migros-Kulturprozent und des Festivals OKKUPATION!
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Fr. 8. Juni, 20 Uhr, Casino-Saal Aussersihl
Theater HORA (CH)
Herz der Finsternis (Premiere)
Mit der Bearbeitung des legendären Romans "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad, einem breiten Publikum bekannt durch die Filmadaption "Apocalypse Now" von Francis Ford Coppola, wagt sich Theater HORA in seiner 28. Theaterproduktion einmal mehr an einen Literaturklassiker. Es ist die Geschichte einer Reise ins Herz Afrikas, die für den Erzähler Marlow zu einem Trip in das eigene Unterbewusstsein wird. Theater HORA lässt szenisch und musikalisch die Welten entstehen, in denen sich Marlow bewegt. Unter der Regie von Beat Fäh, der schon für das HORA-Kultstück "Die Lust am Scheitern" verantwortlich zeichnete, werden neben der beklemmend spannenden Handlungsentwicklung Themen weiterverfolgt, die das Züricher Ensemble seit längerem umtreiben – die Auseinandersetzung zwischen behinderten und nicht behinderten SchauspielerInnen, der Konflikt zwischen Dressur und Freiraum, die unreflektierte Improvisationskunst und letztlich der Zutritt durch die Wand (des Verstands). Dieses Projekt von "Behinderten" und "Normalen" zwischen den Disziplinen und Genres ist eine Geschichte über das Fremde, das Andere. Und sie wird von den "Experten des Andersseins" erzählt.
Mit: Sara Hess, Verena Maurer, Lorraine Meier, Madeleine Oertle, Tiziana Pagliaro, Regina Sauter, Helen Züger, Remo Beuggert, Andreas Grande, Matthias Grandjean, Peter Keller, Ole Schmidt, Marcel Trinkler, Chris Weinheimer, Walter Weiss
Regie: Beat Fäh
Weitere Aufführungstermine nach dem Festival im Casino-Saal Aussersihl:
19.-23. Juni, 26.-28. Juni, 3.-7. Juli, jeweils 20 Uhr, 24. Juni und 8. Juli, jeweils 18 Uhr
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Sa. 9. Juni, So. 10. Juni, 20 Uhr, Theaterhaus Gessnerallee
Compagnie de l´Oiseau-Mouche (F)
Et six Gisèle(s)?
An der Liebe zugrunde gehen, in der Geisterwelt umherirren, durch ein Opfer erlöst werden – das ist im 19. Jahrhundert Gisèles Weg. "Gisèle", das berühmte romantische Ballett, ist Ausgangspunkt dieser Tanzperformance. Ihre Abenteuer werden aus der streng reglementierten Kunstwelt ins 21. Jahrhundert übertragen und in der Lebenswelt der SchauspielerInnen von Oiseau-Mouche verortet. Das Libretto bleibt fast unverändert, aber es wird an die heutige Zeit angepasst. Die glatte, fast blasse Gisèle der ursprünglichen Fassung erscheint in neuem Licht – nicht im Rampenlicht eines Theaters, sondern im "Discolight". Sechs SchauspielerInnen und TänzerInnen erwecken eine facettenreiche Gisèle zum Leben, setzen sie neu zusammen und verändern sie. Eine Geschichte zwischen Rock und sakraler Musik, zwischen Hoffnung und Wirklichkeit. Eine einzige Figur, mehrere Blickwinkel - Unschuld, Schüchternheit, Widersprüchlichkeit, Wahnsinn, Tragödie und Trash. Sex ist kein Tabu, Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen wird nicht verheimlicht. Statt des Traums von der perfekten Liebe und dem Märchenprinzen gibt es Liebe als Schleuderware. Der Choreograf und Tänzer Cyril Viallon hat die SchauspielerInnen von Oiseau-Mouche, Frankreichs berühmtestem Ensemble mit geistig behinderten KünstlerInnen, mit Tänzerinnen seiner eigenen Compagnie Caryatides zu einer höchst spannenden und einmaligen Zusammenarbeit vereint.
Mit: Jennifer Barrois, Evguénia Chtchelkova, Corinne Masiero, Gérard Dold, Valérie Vincent, Ludovic Waroquier
Regie & Choreografie: Cyril Viallon
Koproduktion: Compagnie Caryatides
Im Anschluss an die Aufführung am 10. Juni Publikumsgespräch.
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Mo. 11. Juni, 20 Uhr, Tanzhaus Wasserwerk
Doppelaufführung
danse-habile & BewegGrund (CH)
STEAK & HANZT
danse- habile (CH): STEAK
Man nehme drei französische Tänzer, einen englischen Choreographen und würze das Ganze mit Humor – heraus kommt ein bekömmliches Trio, das nach Leben und Tanz schmeckt. Dieses Stück wurde durch einen wenig schmeichelhafte Bemerkung, die Jacques Chirac über die englische Küche geäussert hat, inspiriert. Der Choreograf Adam Benjamin sagt über seine Arbeit: "Zunehmend bin ich an Aufführungen interessiert, die uns auf verschiedenen Ebenen und durch verschiedene Sinne ansprechen. Der Gebrauch von Text und Geräuschen war mir in dieser Arbeit sehr wichtig, um das Stück auch für sehbehinderte ZuschauerInnen zugänglich zu machen."
Mit: Marc Berthon, Sébastien Cormier, Christian Panouillot, Live-Musik: FABRIK, Ben und Guitos, Kostüme: Janet Crowe, Licht: Clóvis Inocêncio
Choreografie: Adam Benjamin
BewegGrund (CH): HANZT
Ein Stück über die Natur der Menschen und Vögel. "Einmal bin ich in eine Waschmaschine hineingehüpft. Die Welt hat sich dann draussen vor mir gedreht. Da habe ich gedacht, dass es eigentlich doch relativ einfach ist, die Welt zu verstehen, wenn man sich selber auch mitdreht." (Michael Stauffer) Die Sehnsucht als Begleiterin unseres ganzen Lebens. Zum Menschsein gehört die Sehnsucht entscheidend – vielleicht macht sie einen grossen Teil davon aus. Welche Sehnsüchte treiben uns um und an? Ob es nun um die Sehnsucht nach funktionierenden Beinen geht, nach dem Fliegen oder nach der perfekten Umarmung – das Stück geht den verschiedensten Sehnsüchten nach und versucht, sie zu Bildern zu verdichten.
Mit: Anna Röthlisberger, Hans Bollhalder, Antonio Quiles Villanueva, Text: Michael Stauffer, Komposition: Simon Hostettler, Dramaturgie: Marco Läuchli, Kostüme: ugli, Licht: Clóvis Inocêncio
Choreografie: Susanne Schneider
Die Aufführungen sind Teil eines gemeinsamen Projektes des Migros-Kulturprozent und des Festivals Okkupation!
Im Anschluss an die Aufführung Publikumsgespräch.
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Di. 12. Juni, 20 Uhr, Theaterhaus Gessnerallee
CandoCo Dance Company (GB)
And Who Shall Go To The Ball & The Stepfather
CandoCo, seit 16 Jahren auf Tour, weltweit gefeiert und ausgezeichnet, zuletzt mit dem Manchester Evening News Theatre Award 2005 prämiert, zeigt zwei brandneue Choreografien von Rafael Bonachela und Arthur Pita – die Weltpremiere wird im April 2007 in Manchester stattfinden. Rafael Bonachela, ausgezeichnet mit dem Place Prize 2004, Choo San Goh Award und dem New York Bloomberg Choice Award, unter anderem Gastchoreograf der Rambert Dance Company und bei Kylie Minogue, beschreibt sich selbst als "movement junky". Celeste Dandeker, Künstlerische Leiterin der CandoCo Dance Company, über Bonachela: "Rafael’s Arbeit ist frech. Ich wollte, dass er eine geraume Zeit mit der Company arbeitet. Seine Bewegungssprache ist eindrucksvoll und energiegeladen! Für die Truppe wird seine Arbeit eine technische Herausforderung darstellen, doch ich weiss, dass die CandoCo Tänzerinnen und Tänzer diese annehmen werden." Arthur Pita wird im Gegensatz dazu sein neues Werk für CandoCo in der für ihn typischen Mischung aus Tanz und Theater kreieren. Er war Gastkünstler bei The Place von 2002 bis 2004. Jüngst hat er "Showboat" und "Snow White in Black" für die renommierte Phoenix Dance Company choreografiert. Das neue Stück für CandoCo, in Szene gesetzt zu einem Country- und Rock-Soundtrack, wird eine theatralische Welt voll schwarzen Humors mit überbordenden Bildern, unverschämten Charakteren und ausgelassenen Tänzern erschaffen. Zwei gänzlich unterschiedliche künstlerische Handschriften für eine weltweit einmalige Dance Company.
Mit: Nadia Adame, Natalie Ayton, Zoe Brown, Bettina Carpi, Marc Brew, Jorge Crecis, Frederick Opoku-Addaie
Choreografie: Rafael Bonachela & Arthur Pita
Die Aufführung ist Teil eines gemeinsamen Projektes des Migros-Kulturprozent und des Festivals OKKUPATION!
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Di. 12. Juni, 20 Uhr, Schiffbau Halle 2
Theater Thikwa & theater zum westlichen stadthirschen (D)
Maison de Santé – Einladung zur feinen Gesellschaft
Im Jahr 1830 reist ein Berliner Medizinstudent auf der Suche nach fortschrittlichen Methoden der Behandlung von Geisteskranken nach Südfrankreich. Der Direktor einer modern geführten Psychiatrie will ihm seine Einrichtung zeigen, doch zuvor bittet er den Gast zu einem vornehmen Essen. Noble Herrschaften erzählen sich bei feinen Speisen, Musik und Tanz ungewöhnliche Lebenserfahrungen und Ideen. Ahnt der Reisende, wen er vor sich hat? Droht der Abend zu kippen, und wenn ja, wohin? Frech, subtil und frei nach Edgar Allan Poes Erzählung "Die Methode Dr. Thaer & Prof. Fedders" stellen die geistig behinderten und nichtbehinderten KollegInnen der beiden Berliner Ensembles in dieser einmaligen Zusammenarbeit vertraute Entscheidungsmuster in Frage. Ob du als Genie, Heiliger oder als Wahnsinniger giltst, das entscheidet die Wertegesellschaft. Ob jemand zu den Patienten oder zum Personal in der Psychiatrie gehört, scheint mitunter ein Zufall der Lebensgeschichte zu sein. Und was passiert, wenn die Patienten dem Zufall ein bißchen nachhelfen? "... der gestärkte Zuschauer aber, der sich dem Genuß dieser genialen Arbeit anvertraut, erlebt einen Theaterabend vollkommenen Glücks."
(Berliner Morgenpost)
Mit: Dominik Bender, Patrick von Blume, Heidi Bruck, Jonny Chambilla, Ronny Dollase, Wolfgang Fliege, Torsten Holzapfel, Janette Lange, Almut Lücke-Mündörfer, Vincent Martinez, Tim Petersen, Patricia Schulz, Roland Strehlke, Birgit Wölke
Regie: Werner Gerber


Mi. 13. Juni, 20 Uhr, Rote Fabrik
Compagnie Création Ephémère (F)
ZOLL
ZOLL bedeutet nicht nur die Grenze im eigens für die Compagnie Création Ephémère geschriebenen Stück, sondern auch die Tür – auf der anderen Seite Leben oder Tod. Dazwischen Niemandsland. Ein Ort, an dem sich Aus-der-Norm-Gefallene und Heimatlose aufhalten, Menschen, die aus der Sicht der Anderen nicht fertig, nicht erwünscht sind. ZOLL ist ungefähr die Geschichte des Autors. Herr X macht die Erlebnisse seiner Mutter noch einmal durch. Er ist im Lager Schaffhausen geboren. Er sieht die Gestalten, die sie ihm beschrieben hat, als er noch in ihrem Bauch war. Nach und nach bekommen diese identitätslosen Wesen Körper, schreien ihr Anderssein heraus und füllen den Raum. Sie machen sich auf den Weg, erinnern ihr Leben und gewinnen dadurch Identität. "Nur wer vergessen wird, stirbt", heißt es in Michel Genniaux’ Stück, in dem sich auf dem Bühnenrund auch visuell der Lebenskreis schließt und schlussendlich doch noch Utopien entstehen. "Großartig im darstellerischen, musikalischen und stimmlichen Ausdruck, von unbegrenzter Menschlichkeit. Einzigartig diese geistig behinderten Schauspieler, so treffend, so berührend in ihrer Sprechweise, so poetisch in ihrer Bühnenpräsenz." (L´Alsace)
Mit: Noémie Churlet, David Dijols, Vincent Dubus, Jean-Pierre Escalle, Marie des Neiges Flahaut, Jean-Raymond Gelis, Bernadette Gueguen, Florence Hugot, Maud Kergenmeyer, Vincent Perez, Serge Roussel, Christine Soret
Regie: Philippe Flahaut
In französischer Sprache mit teilweiser deutscher Übersetzung.
Im Anschluss an die Aufführung Publikumsgespräch.


In Schulen im Festivalzeitraum
Theater HORA (CH)
Der Gastschüler
Das Theater HORA bringt mit dem Stück "Der Gastschüler" das Thema Behinderung, Anderssein und Eingliederung für Kinder und Erwachsene auf eine ungewohnte Bühne: gespielt wird im regulären Klassenzimmer. Und zu erleben gibt es Integration pur sowie die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Zwei schräge Vögel landen in einem Schulzimmer und beginnen die Geschichte von Herman zu erzählen. Wie er eines Tages als behinderter Gastschüler in eine 3. Klasse kam und die scheinbar alltägliche Ordnung durcheinander brachte. Anhand des Notizheftes seines Mitschülers Florian spielen die beiden die lustigen, traurigen und merkwürdigen Augenblicke einer ungewöhnlichen Freundschaft.
Mit: Marcel Trinkler und Urs Beeler
Musik: Michael Wernli
Text: Urs Beeler, Christine Faissler, Marcel Trinkler
Regie: Christine Faissler
"Der Gastschüler" wird im Festivalzeitraum in verschiedenen Schulen Zürichs aufgeführt. Einige wenige zusätzliche Eintrittskarten stehen jeweils zur Verfügung. Infos und Anmeldung bei Theater HORA, Tel. 0041-44-4057141.


Do. 14. Juni, 20 Uhr, Rote Fabrik
Kurzfilmprogramm
Wackelkontakt & mehr
Die klassische boy-meets-girl-Geschichte. Er: ein lethargischer Nichtstuer, der lieber U-Bahn fährt als mit Menschen zu reden. Sie: ein launisches Energiebündel mit dem Traum, Fotografin zu werden. Das Besondere daran: Die beiden Hauptdarsteller sind Menschen mit geistiger Behinderung, die ihr ganz eigenes Tempo und ihre eigenen Rhythmus in die Dreharbeiten einbrachten. Der Reiz des 30-Minuten-Films "Wackelkontakt" von Eike Swoboda und Felix Engel, der musikalisch von Barbara Morgenstern und Station 17 gestaltet wurde, liegt im Wechselspiel zwischen Unwägbarkeit und darstellerischer Intensität und Unmittelbarkeit. Im Anschluß wird es eine Reihe weiterer inländischer und ausländischer Kurzfilme geben, die alle eines verbindet – die künstlerische Arbeit von, mit und über Menschen mit Behinderungen.
Das komplette Programm liegt am Veranstaltungsabend aus.
Eintritt frei


Fr. 15. Juni, Sa. 16. Juni, 20 Uhr, Rote Fabrik
Neville Tranter´s Stuffed Puppet Theatre (NL/AUS)
Re: Frankenstein
Re: Frankenstein, für das Programm von Weimar Kulturstadt Europas 1999 erarbeitet, mittlerweile ein Klassiker des internationalen Figurentheaters und weltweit auf Festivals enthusiastisch gefeiert, entführt in eine aberwitzige und dämonische Welt. Professor Frankenstein ist inzwischen gut 200 Jahre alt, arbeitet immer noch besessen an seinem Traum vom perfekten Menschen und geht dabei natürlich über Leichen – denn auch im Zeitalter von Gentechnologie und Klonen ist sein Wirken bestimmt vom klassisch handwerklichen Umgang mit Körperteilen und Elektrizität. Re: Frankenstein, das Professor Doktor Geheimrat Frankenstein, seine Tochter Anna, den in sie verliebten Assistenten Hans Ruedi, Chefinspektor Cornerman und das Monster Hermann zusammenbringt, handelt vom Umschlagen der Liebe in Hass, vom Verlust der Illusionen. Denn Doktor Frankenstein, im Versuch, sein Monster zu zerstören, zerstört sich selbst. Das Monster ist in uns. Neville Tranter, der in den Niederlanden lebende australische Puppenmagier, lässt im Dialog mit seinen lebensgroßen Figuren die Grenzen verschwimmen zwischen Leben und Tod, Liebe und Zerstörung, Opfer und Täter. Frankenstein wird zum Sinnbild menschlichen Schöpferwahns und zum Symbol für den Verlust der Unschuld. Neville Tranter ist in der Lage, Bilder heraufzubeschwören, die sein Publikum lange nicht vergisst. Seine einzigartige Kombination von rabenschwarzem Humor und tief schürfender Bitterkeit, von fantastischen Bilderwelten und virtuosem Puppenspiel verwandelt seit Jahren die hartnäckigsten Puppenspielgegner in bekennende Fans.
Konzept, Spiel, Figuren und Kostüme: Neville Tranter


Fr. 15. Juni, 21.15 Uhr, Rote Fabrik
Isole Comprese Teatro (I)
Corpo 1 Prologo
Ein Junge mit Down-Syndrom liegt in einem eisernen Bett, seine Ärztin befestigt ekstatisch Fleischstücke an Haken. Sie hängt sich auf am Fleischerhaken, schaukelt sich lustvoll daran hoch. Der Junge erzählt von sich. Es ist seine Seele, die spricht. Gesten und Mimik sind die eines kranken Körpers. Beständig umkreisen ihn seine grausame, besessene, verzweifelte Mutter und die Ärztin im Konflikt mit den Erfordernissen und Instrumenten ihrer Arbeit, während die unförmigen Fleischgeschwulste über der Bühne hängen und die Blicke der beunruhigten Zuschauer auf sich ziehen. Eine Metapher für den inszenatorischen Kunstgriff, die Folge der traum- und albtraumhaften Sequenzen immer wieder radikal zu schneiden, sie zu zerlegen, zu zerstückeln wie Metzgerfleisch. Das Setting ist eine Ambulanz. Eine Theater-Ambulanz zwischen aseptisch blendendem Weiß und pulsierend blutigem Rot. Ein ideales Utopia für das Isole Comprese Teatro, das jüngst in Italien ausgezeichnet wurde "wegen der Fähigkeit, das Unbehagen in eine visionäre Bühnensprache zu übersetzen". Ein pathologisches Theaterexperiment mit vier Personen, die zwischen Unschuld und Schuld(-gefühl), Krankheit und Perversion, Traum und Erinnerung eine beklemmende Gratwanderung vollziehen.
Mit: Andrea Pagnes, Giovanni Pandolfini, Laura Bucciarelli, Luisa Salvestroni
Regie & Konzeption: Alessandro Fantechi, Elena Turchi
In italienischer Sprache mit deutscher Übertitelung.
Im Anschluss an die Aufführung Publikumsgespräch.


Sa. 16. Juni, 18 Uhr, Rote Fabrik
Ohrenkuss ...da rein, da raus (D)
Mongolisch ist Mongolisch und klingt wie Mongolisch
"Es war eine schöne Fahrt vom Hotel zum Flughafen. Da hat es geregnet. Da haben wir noch eine Musik gehört. Dann haben wir mitgesungen. Von der Liebe und von ihrer Mutter und der Großmutter. Und von der Freiheit. Zum Abschluss hat der Fahrer alleine gesungen, muss ein gutes Gefühl gewesen sein. War ein schöner Abschied. So ein gemischtes Gefühl – ich wär gern ein bisschen länger geblieben, aber dann bin ich auch wieder froh, dass ich daheim gehen kann." (Veronika Hammel in der Mongolei) "Ohrenkuss ...da rein, da raus", die Zeitung, die von Menschen mit Down-Syndrom gemacht wird, hat ihrer bemerkenswerten, vielfach preisgekrönten und zunehmend medial begleiteten Erfolgsgeschichte ein weiteres spektakuläres Kapitel hinzugefügt. Im Sommer 2005 ist die Ohrenkuss-Redaktion zur Vorbereitung eines Magazins in die Mongolei gereist – mit dem Logbuch, dem Zeichenstift und der Kamera auf den Spuren Dschingis Khans. Nachdem die Ohrenkuss-JournalistInnen bereits zum Auftakt des Festivals OKKUPATION! eine Woche als Gastredakteure für den Tagesanzeiger gearbeitet haben, sind sie nun mit einer Mongolei-Lesung live zu erleben in der Roten Fabrik.
Eintritt frei


Sa. 16. Juni, 21.15 Uhr, Rote Fabrik
Teatr Cinema (PL)
Albert Lux
"Albert Lux" spielt in einem Transitraum der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Raum mit beweglichen Wänden, eine Art kommunale Wohnung für ziellose Geisterfahrer, für Frauen ohne Vertrauen und Männer mit Hut. Exilanten aus Bildern von Magritte, die hier ein nettes Zuhause suchen. Aber es fehlt an Orientierung. In jeder Ecke lauern Ängste. Die zu zähmen, trägt man Möbel umher, verzweifelt hält man Ausschau nach dem Zimmerservice. Immer groteskere Sitzgruppen werden gestellt, auch zwischenmenschlich schiebt sich einiges zusammen. Nur heimisch will man nicht werden. Geselliges hier, Peinliches da, banale Gespräche dort – absurde Szenen aus dem Leben des modernen Menschen. Teatr Cinema wurde 1992 von Zbigniew Szumski und einer Gruppe von Malern und Schauspielern gegründet. Das Ensemble arbeitet seither an der Entdeckung einer neuen Theatersprache und versteht seine Stücke als "Aufbegehren der Phantasie gegen die Routine der Realität". Den Stil des Teatr Cinema prägt eine einzigartig vibrierende Poesie, inspiriert von der Theatersprache Tadeusz Kantors, den Bildern René Magrittes, den Texten Samuel Becketts und der Kunst der Dadaisten.
Mit: Malgorzata Walas-Antoniello, Pawel Adamski, Jan Kochanowski, Wodzimierz Dya, Tadeusz Rybicki, Dariusz Skibiski
Regie: Zbigniew Szumski


Sa. 16. Juni, 22.30 Uhr, Rote Fabrik
Stummfilm 1919, Regie: Robert Wiene
Das Cabinet des Dr. Caligari
Livemusik: Elixir – Playground Music
Dr. Caligari versetzt mit Hilfe des Somnambulen Cesare eine Kleinstadt in Angst und Schrecken. Tagsüber präsentiert Caligari den an einer tranceartigen Krankheit leidenden Cesare als Wahrsager auf dem Jahrmarkt. Des Nachts aber schleicht der Sklave Caligaris durch die Stadt und begeht unter dem Einfluß seines Herrn furchtbare Morde. Francis, der Freund eines Toten, erahnt die Zusammenhänge. Eine aufgebrachte Menge macht sich auf die Jagd nach dem flüchtenden Doktor. In einem Irrenhaus scheint Francis den Schausteller in die Enge getrieben zu haben, da muß er entdecken: der wahnsinnige Dr. Caligari ist der Direktor der Anstalt... Und der Erzähler Francis selbst Insasse dieser Nervenheilanstalt. Sicher gewähnte Grenzen geraten ins Wanken in Robert Wienes expressionistischem Filmklassiker, der als einer der berühmtesten Stummfilme überhaupt gilt.
Elixir ist ein elektroakustisches Musikprojekt, die "Playground Jockeys" Mario Marchisella und Patrick Studer spielen live auf selbst designten und gebauten Instrumenten, die elektrisch verstärkt werden, ohne Samples oder Synthesizer. Es entstehen Klangwelten, die sich zu atmosphärischen Hörerlebnissen entwickeln.
Im Anschluss an die Filmvorführung gibt Elixir ein zusätzliches Konzert!
Eintritt frei zu Stummfilm und Konzert





So. 17. Juni, 15 Uhr, Rote Fabrik
swiss made
theatervisitenkarten
Das Festivalprogramm wird wesentlich bestimmt von international erfolgreichen integrativen Ensembles aus ganz Europa, die allesamt auf eine vieljährige, professionelle Theaterarbeit zurückblicken. "swiss made" gibt neueren Projekten mit sogenannt behinderten Akteuren aus der Schweiz Gelegenheit, mit kurzen Aufführungen ihre künstlerische Visitenkarte abzugeben.
COMEDYexpress: Die Schwarzwitzklinik
Der COMEDYexpress der Theaterwerkstatt Sommeri garantiert feinfühligen, ausdrucksstarken Theaterspass für alle. Nach Erfolgen mit den ersten beiden Kurzstücken verspricht die aktuelle, längere Produktion "Schwarzwitzklinik"ein Feuerwerk an Spass, Spielwitz und Situationskomik.
Mit: Gerhard Beck, Haydar Cibooglu, Gabi Fischer, Erich Gadient, Olli Hauenstein, Brigitte Huber, Claudia Kaufmann, Miro Lässer, Silvia Lemmenmeier, Ramona Lüthi, Ursula Meienhofer, Sibylla Rüfer, Peter Wenk, Roland Wepf
Regie: Olli Hauenstein & Peter Wenk
Mafob Theatercompagnie: Das Verfahren
Das Stück ist ein humorvolles Psychodrama, das mit Witz und Tempo, begleitet von poetischem Schattenspiel, ein skurriles Gerichtsverfahren auf die Bühne bringt. Parallelen dieser dritten Mafob-Produktion zu Franz Kafkas Klassiker "Der Prozess” ergeben sich nicht ganz zufällig.
Mit: Carmen Dado, Nathalie Hubler, Beatrice Hug, Kristina Seelig, Sybille Zehnder, Alex Bucher, Simon Dubler, Martin Stadler
Regie: Boris Knorpp
Weitere Visitenkarten sind möglich. Eintritt frei


So. 17. Juni, 18 Uhr, Rote Fabrik
Theater Maatwerk (NL)
Voorbijgangers / Passing By
Irgendwo an einer Eisenbahnstation. Passagiere warten auf den Zug, der niemals kommt. Der Mann mit dem Baum, die blinde Frau, der Mann mit den zwei Gedanken. Wir schauen Ihnen über die Schulter, wie sie singen, schlafen, Tee trinken ... "Passing by” ist poetisches Straßentheater voller Gedanken, stiller, schmerzvoller, vergänglicher Gedanken. Theater Maatwerk, das erfolgreichste Theater mit geistig behinderten SchauspielerInnen in den Niederlanden, präsentiert seine neueste Straßentheaterproduktion, die erst am 28. April in Rotterdam Premiere hatte – wie immer in der langen Aufführungsgeschichte mit einfühlsamer Livemusik, erstmals auch mit Puppen.
Mit: Carla Heijboer, Petra Tanis, Miriam van Rossum, Monica Schouten, Anet Rijkers, Jos Tournier, Ronald Timmers, Saskia Spierenburg, Jelmer Kempen, Johan Boekhout, Jack Edelbroek, Milton Souares, Fernando Ramos, Terence Patra, Koert Dekker, Patrick Ferwerda.
Konzept & Regie: Gienke Deuten
Eintritt frei


So. 17. Juni, 19.30 Uhr, Rote Fabrik
dieRegierung (CH)
in concert
Das Künstlerkollektiv dieRegierung verfolgt seit jeher konsequent den subversiven Weg in Richtung völliger künstlerischer Freiheit. Da ist zunächst Landwirtschaftsminister Hanspeter Dörig, der von Geburt an zerebrale Bewegungsstörungen hat. Am Schlagzeug bewegt er sich aber völlig frei, zuweilen komplett unabhängig von jeglicher Rhythmik, und legt damit den Grundstein zum aussergewöhnlichen Improvisationsvermögen der ganzen Band. Ähnlich Polizeiminister Franco Scagnet, der als gehörloser Autist auf dem Vibraphon lediglich dann Töne anschlägt, wenn er es für richtig hält. Für den Einbezug von urchiger, teils mystischer Schweizer Volksmusik sowie Freejazzfragmenten verantwortlich ist Martin Baumer, der sich neben seinem Amt als Gesundheitsminister als Handörgeler, Jazz-Trompeter und Ethno-Sänger betätigt. Die Klavier- oder Keyboardtasten bedient Roland Altherr. Die tiefe Stimme des Innenministers stellt dabei ein prägendes Element dar. Aussenminister Massimo Schilling schliesslich sorgt für einen satten Elektro- und einen swingenden Hawaiigitarrensound sowie einige Klangspritzer zwischendurch. "Wir hören und reagieren immer besser aufeinander. So gesehen ist dieses Projekt musikalisch das bisher radikalste”, weiss Heinz Büchel, "normal-behinderter" Bassist und Kapitän der Regierung.
Das Konzert der Regierung findet als Doppelkonzert statt mit dem Auftritt der Tiger Lillies um 21 Uhr. Die Eintrittskarte ist gültig für beide Konzerte!


So. 17. Juni, 21 Uhr, Rote Fabrik
The Tiger Lillies (GB)
in concert
The Tiger Lillies sind eindeutig das Schrägste und Schärfste, was die englische Musikszene momentan zu bieten hat. Ihre Geschichten stammen aus den Grenzbereichen der Gesellschaft, ihre Lieder sind den echten und vermeintlichen Verlierern gewidmet. Über jahrmarktartige Musik legt sich unerwartet die Falsettstimme von Martyn Jacques, um in der Fantasie der Zuhörer eine Welt aus Schaustellern, Magiern, Betrügern und Gauklern zu zaubern. Weltweit zur gefeierten Kultband avanciert, begeistern die drei Londoner mit ihrer einzigartigen Mischung aus Varieté, Kabarett, Oper, Zigeunermusik und rabenschwarzem Humor. Ein letzter Festivalhöhepunkt zum Ausklang von OKKUPATION! (2007)
The Tiger Lillies sind: Martyn Jacques, Adrian Huge, Adrian Stout
Das Konzert der Tiger Lillies findet als Doppelkonzert statt mit dem Auftritt der Regierung um 19.30 Uhr. Die Eintrittskarte ist gültig für beide Konzerte!

OKKUPATION! Zürich Workshops & Aktionen

5. Juni, ganztags, Vernissage 19 Uhr, Hauptbahnhof / RailCity
6.-17. Juni, ganztags, verschiedene Orte
Ausstellung
Besetzen Sie einen Quadratmeter Zürich!
Das Festival OKKUPATION! hat behinderte und nichtbehinderte KünstlerInnen und Kunstateliers eingeladen, für den Festivalzeitraum einen Quadratmeter öffentlichen Raumes in Zürich kreativ zu besetzen. Ob Malerei, Grafik, Skulptur, Installation, Videoarbeit, land art, Performance, Interaktion – der Wahl der künstlerischen Mittel waren keine Grenzen gesetzt. Eine unerwartete Flut vielfältigster Auseinandersetzungen mit dem öffentlichen Raum haben das Festivalbüro erreicht und den freien Raum knapp werden lassen. Bevor die Exponate am 6. Juni ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden und über die Stadt verteilt lustvoll zum Nachdenken anregen wollen, gibt es eine gemeinsame Ausstellung aller realisierter Arbeiten.
Die Kunstquadratmeter sind den ganzen 5. Juni in der Halle des Hauptbahnhofs zu sehen, eine Eröffnung in Anwesenheit der KünstlerInnen findet um 19 Uhr statt.
Ausstellungsflyer mit Künstlern und Stadtplan zum download (pdf 1,2 MB)


5., 7., 12. und 14. Juni, 14.-17. Uhr, Quartierzentrum Aussersihl
Missverständnis
Ein Forumtheater-Kurs
Eine gehbehinderte Frau versucht unter grossen Schwierigkeiten in eine S-Bahn einzusteigen. Ein Fahrgast beobachtet die Situation, nimmt die Frau am Arm und will ihr helfen. Die Frau erschrickt, schlägt um sich und schimpft: "Lassen Sie mich gefälligst in Ruhe, das kann ich selber!"
Dieser Forumtheater-Kurs will die Phantasie für Lösungsmöglichkeiten solch gesellschaftlicher Konflikte anregen. Zu diesem Zweck improvisieren jeweils zwei bis drei Kursteilnehmende eine selbst erlebte oder von der Kursleitung eingebrachte Konfliktsituation. Die Zuschauenden haben die Möglichkeit, in das Spielgeschehen einzugreifen, indem sie einen Spieler oder eine Spielerin auswechseln und ihren eigenen Lösungsvorschlag einbringen.
Leitung: Urs Beeler
TeilnehmerInnen: Menschen mit und ohne Behinderungen
Teilnahmegebühr: CHF 195 / 130 für IV-Bezüger
In Zusammenarbeit mit dem Bildungsklub Pro Infirmis Zürich
Eine Anmeldung ist nur möglich beim Bildungsklub!
Bildungsklub Pro Infirmis Zürich
Hohlstrasse 52
Postfach
8026 Zürich
Tel. 0041-44-2994436
Fax 0041-44-2994422
bildungsklub@proinfirmis.ch
www.bildungsklub.ch
Kurs 116RE
Anmeldeschluss: 30. April 2007


Mo. 11. Juni, 13-17 Uhr, Casino-Saal Aussersihl
Tanzworkshop mit CandoCo Dance Company (GB)
CandoCo, seit 16 Jahren auf Tour, weltweit gefeiert und ausgezeichnet, zeigt zwei brandneue Choreografien von Rafael Bonachela und Arthur Pita am 12. Juni 2007 beim Festival OKKUPATION! im Theaterhaus Gessnerallee. Zuvor bietet CandoCo am 11. Juni von 13-17 Uhr einen Tanzworkshop im Casino-Saal Aussersihl an.
CandoCo wurde 1991 von Celeste Dandeker und Adam Benjamin gegründet. Die Gruppe ist seit Beginn ausschliesslich künstlerischen Massstäben verpflichtet und arbeitet im Selbstverständnis einer "normalen" Tanzcompagnie. Sie wurde in kürzester Zeit Englands erste, wichtigste integrative Gruppe, die mit international bekannten Choreografen eine professionelle Plattform für die gemeinsame Arbeit behinderter und nichtbehinderter TänzerInnen bietet. Unter der Leitung von Emilyn Claid, Javier de Frutos, Doug Elkins, Siobhan Davies, Fin Walker, Darshan Singh-Bhuller, Annabel Arden, Stephen Petronio u.v.m. sind mittlerweile 30 Tanzabende entstanden, die bei ausgedehnten Welttourneen auf allen fünf Kontinenten zu sehen waren.
Daneben hat sich CandoCo zur europaweit führenden Institution für integrative Tanzschulung entwickelt. Mehr als 6.000 TeilnehmerInnen nehmen allein in England jährlich an Kursen teil, seit 2004 besteht zudem Englands erste Tanzakademie für behinderte StudentInnen mit einem fulltime-Angebot zur professionellen Tanzausbildung.
Im Rahmen von OKKUPATION! gibt CandoCo in diesem eintägigen Tanzworkshop Einblick in ihre Arbeitsweise und bietet einen Einstieg in "Integrativen Tanz" an – nach der Maxime "Erfahren durch Berühren", auf der Suche nach dem tänzerischen Potential jedes Teilnehmers, ob behindert oder nichtbehindert.
Für behinderte und nichtbehinderte TeilnehmerInnen mit tänzerischer Vorerfahrung.
Leitung: CandoCo Dance Company
Teilnehmerzahl: max. 15 Personen
Treffpunkt: Casino-Saal Aussersihl, 11. Juni, 12.30 Uhr
Anmeldung: bitte faxen oder schicken Sie uns folgende Workshopanmeldung (pdf)
Teilnahmegebühr: CHF 50 / CHF 30 ermässigt
Der Casino-Saal Aussersihl ist barrierefrei
Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt


13.-15. Juni, 14-18 Uhr, Rote Fabrik
Schreibwerkstatt mit Ohrenkuss …da rein, da raus (D)
Liebe Flaschenpost, wo schwimmst Du hin?
Helden - mutige Frauen und Männer sind unterwegs. Sie reisen auf dem Meer, sie erklimmen Berge, sie steigen in den Keller und sie müssen im Trojanischen Pferd übernachten. Helden erleben Abenteuer, sie sammeln Erinnerungen. Und sie denken an zu Hause - schreiben sie denn auch Briefe? Sie verstecken die Post in geheimen Postkästen, solche Briefe nennt man "Kassiber". Manchmal sind sie dort, wo es keine Postkästen gibt – dann schreiben sie eine Flaschenpost! In der Schreibwerkstatt werden geheime Briefe voller Sehnsucht nach Hause geschrieben, Erinnerungen an große Abenteuer werden festgehalten, schlimme Dinge werden vergessen - man möchte ja weiterleben können. Am Ende geht jeder Held und jede Heldin mit einer Kiste Erinnerungen nach Hause - Heldentaten bleiben unvergesslich!
Nachdem das einmalige Zeitungsprojekt Ohrenkuss aus Bonn eine Woche lang beim Tages-Anzeiger mitgearbeitet hat, kurz bevor eben dieses Zeitungsprojekt mit einer Lesung in der Roten Fabrik präsent ist, bietet die Projekt-Leiterin eine Schreibwerkstatt an für versierte und zukünftige Textredakteure.
Bitte mitbringen: ein seltsames Foto, einen Liedtext oder ein Gedicht, einen Stock, ein Stück Papier, einen Bleistift, einen Stein, eine kleine leere Flasche, ein Kissen und einen Schuhkarton.
Wer kann mitmachen: Jede und jeder, der gerne Abenteuer erlebt und Erinnerungen sammeln möchte. Wenn jemand schreiben kann, dann ist das natürlich gut – aber wichtiger ist, was man im Kopf hat: Man kann Texte ja auch diktieren oder einfach eine Erinnerung zeichnen.
Leitung: Katja de Braganca, www.downtown-werkstatt.de
Teilnehmerzahl: max. 12 Personen
Treffpunkt: Hof Rote Fabrik, Mittwoch, 13. Juni, 13.45 Uhr
Anmeldung: bitte faxen oder schicken Sie uns folgende Workshopanmeldung (pdf)
Teilnahmegebühr: CHF 50 / CHF 30 ermässigt


14.-15. Juni, 14-18 Uhr, Rote Fabrik
Philippe Flahaut & Jean-Pierre Escalle (F)
Theaterworkshop: "Von der Wichtigkeit des antiken Chores für das zeitgenössische Theater"
"Die Tragödie war als Kulturform ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Lebens von Athen. 2500 Jahre nach ihrer Erfindung sind uns von der antiken Tragödie nichts als die Texte geblieben. Obwohl unsere Gesellschaft mit der griechischen im 5. Jahrhundert vor Christus so gut wie nichts mehr gemeinsam hat, ist es wichtig, gesellschaftliche und konzeptionelle Parallelen zu finden, die es möglich machen, die überzeitliche Wahrheit und Gültigkeit des Tragödientextes für uns zu erfassen. Die Tragödie ist eine Infragestellung: Texte, die wesentliche Fragen stellen und weit davon entfernt sind, die Antworten gleich mitzuliefern. Diese Fragen berühren die Abgründe der menschlichen Seele genauso wie die Funktionsweise der Gesellschaft und bewahren dadurch ihre Aktualität. Es wäre sinnlos, Tragödien heute so zu zeigen, wie sie in der Antike gezeigt wurden, vor allem, wo uns täglich die Tragödien unserer Zeit vor Augen geführt werden. Und es erscheint mir wesentlich für den Schauspieler von heute, sich mit der Arbeit des Schauspielers im antiken Theater auseinanderzusetzen. Einen Text einem Publikum entgegenzuhalten, ihn zu tragen und für ihn einzustehen, wie es die Schauspieler von Sophokles und Euripides taten." Philippe Flahaut
Der Theaterworkshop beschäftigt sich mit den Themen: Chorisches Arbeiten mit Körper, Stimme und Rhythmus. Arbeit des Chorführers und Arbeit des Chores. Arbeit mit abgelesenen und automatischen Texten sowie mit Mitteln der Slam Poetry. Bei gutem Wetter findet der Workshop auch draußen statt.
Leitung: Philippe Flahaut (Regisseur Cie Création Ephémère) & Jean-Pierre Escalle (Schauspieler Cie Création Ephémère)
Teilnehmerzahl: max. 12 Personen
Treffpunkt: Hof Rote Fabrik, Donnerstag, 14. Juni, 13.45 Uhr
Ein Übersetzer nimmt am Workshop teil
Anmeldung: bitte faxen oder schicken Sie uns folgende Workshopanmeldung (pdf)
Teilnahmegebühr: CHF 50 / CHF 30 ermässigt


14.-16. Juni, 14-18 Uhr, Rote Fabrik
Ole Schmidt & Chris Weinheimer (D)
MusikTheaterImproworkshop: "Melodram"
Eine im 20. Jahrhundert zu Unrecht in Vergessenheit geratene Gattung ist das Melodram: Ein Erzähler, ein Sänger, oft eine sogenannte Diseuse spricht eine kurze, meist fabelartige Geschichte zu eine kammermusikalischen Begleitung. Die Sprache wird sowohl dramatisch als auch musikalisch benutzt. Wichtigstes Beispiel aus der moderneren Musik ist vielleicht Strawinskys "Geschichte vom Soldaten". In unserer Arbeit an "Lust am Scheitern" und "Herz der Finsternis" mit Theater HORA haben wir wiederholt mit dieser Technik gearbeitet. Sie ist sozusagen die Kleinform des Musiktheaters. In dem dreitägigen Workshop wollen wir nun auf der Basis der Improvisation die Geschichten der Teilnehmer in Melodramen verwandeln. Es kann sich um kleine Geschichten aus ihrem Alltag, um das Lieblingsmärchen oder auch um eine aus dem Moment geborene abstrakte Lautassoziation handeln. Am ersten Tag werden sich alle aus dem Fundus von Theater HORA ein Instrument aussuchen und sich damit vertraut machen. Dann werden wir die musikalische Improvisation in der Gruppe erarbeiten und schließlich die Geschichten aller Teilnehmer und ihre melodramatische Umsetzung aufnehmen und eine gemeinsame CD erstellen. Es sind keine instrumentalen Kenntnisse nötig, wichtig ist die Lust am Experiment mit Musik und Sprache.
Leitung: Ole Schmidt & Chris Weinheimer, Musiker, u.a. Gastkünstler bei Theater HORA: "Die Lust am Scheitern" und "Herz der Finsternis"
Teilnehmerzahl: max. 12 Personen
Treffpunkt: Hof Rote Fabrik, Donnerstag, 14. Juni, 13.45 Uhr
Anmeldung: bitte faxen oder schicken Sie uns folgende Workshopanmeldung (pdf)
Teilnahmegebühr: CHF 50 / CHF 30 ermässigt


Do. 14. Juni, 19 Uhr, Rote Fabrik
Präsentation Projekt Tanguearte (ARG)
Cre-Arte ist ein Theaterprojekt für behinderte Menschen aus sozial schwachen Schichten in Bariloche. Die Kommission für Entwicklungsfragen (KfE) der Universität Zürich stellt ihr Austauschprojekt mit der argentinischen Theatergruppe vor.
Die KfE der Uni und ETH Zürich und die Behindertenorganisation Cre-Arte aus Argentinien planen ein gemeinsames Projekt: Die Theatergruppe von Cre-Arte soll im Februar 2008 in die Schweiz eingeladen werden, um ihr Stück über die Geschichte des Tangos vorzuführen. Eine Gelegenheit für Cre-Arte, sich mit Gleichgesinnten aus der Schweiz auszutauschen, neue Ideen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und zugleich ihre Arbeit vorzustellen.
Cre-Arte ist eine NGO mit Sitz in Bariloche, im Norden Patagoniens. 1995 wurde sie mit dem Ziel gegründet, eine umfassende Betreuung von behinderten Menschen aufzubauen und zu vermitteln. Es wurde ein Ausbildungs- und Kulturzentrum für behinderte Personen errichtet, das für fehlende Dienstleistungen einspringen soll. Kunst und Kreativität spielen in der Arbeit eine wesentliche Rolle.
Im Moment betreut Cre-Arte etwa 60 behinderte Menschen im Alter zwischen 16 und 52 Jahren. Der grösste Teil kommt aus armen Familien, für die es in Argentinien sehr schwierig ist, behinderte Kinder aufzuziehen, da es fast keine institutionelle Hilfe gibt. In Bariloche ist Cre-Arte die einzige Organisation, die in diesem Bereich arbeitet.
Die KfE ist eine studentische Organisation der Universität und ETH Zürich. Sie steht Studentinnen und Studenten aller Fachrichtungen offen und bildet eine Schnittstelle zwischen der Entwicklungszusammenarbeit und den Hochschulen. Die Studenten engagieren sich ausserhalb ihres Studiums und ehrenamtlich für die Organisation.
Leitung: Luis Suero, Verantwortlicher für Cre-Arte, und Mitglieder der KfE.
Im Anschluss an die Projektpräsentation steht Luis Suero auch gerne für Anfragen und Gespräche über seine Arbeit in Patagonien zur Verfügung.
Eintritt frei

7.-10. Juni, 14.-17. Juni, 15-19 Uhr
Kulturspaziergänge mit Insieme Zürich
Insieme Zürich bietet im Festivalzeitraum kostenlose Sightseeingtouren und Ausflüge durch Zürich und Umgebung an. Teilnehmen können alle Interessierten.
Termine: 7.-10. Juni, 14.-17. Juni, jeweils 15-19 Uhr
Treffpunkt: Stadelhoferplatz
Ohne Teilnahmegebühr, begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Anmeldung: Insieme Zürich, Tel. 0041-44-3812105, info@insieme-zuerich.ch
Weitere Informationen: www.insieme-zuerich.ch

5.-9. Juni, morgens in der Zeitung
Die Ohrenkuss-Redaktion zu Gast beim Tages-Anzeiger
Das Bonner Zeitungsprojekt Ohrenkuss, das von Menschen mit Down-Syndrom gemacht wird, gastiert für eine Woche beim Tages-Anzeiger. In der ersten Festivalwoche schreiben die RedakteurInnen Angela Fritzen, Veronika Hammel und Marc Lohmann als Gastkollegen über das Züricher Regionalgeschehen. Live erleben kann man die Ohrenkuss-Redaktion dann am 16. Juni mit einer Lesung in der Roten Fabrik.

OKKUPATION! Unterwegs Aufführungen

Sa. 9. Juni, 20.15 Uhr, Kulturkeller La Marotte, Affoltern a/A
Die HORA-Band in concert
Ausgangspunkt ist eine wunderliche Melodie, ein Rhythmus, ein kompletter Song oder die Erinnerung an eine nicht mehr zu rekonstruierende, vermutlich fiktive Zusammenarbeit mit den Eagles oder Melissa Etheridge. Davon ausgehend stürzt sich die eigenwillige HORA-Band ins Unbekannte. Was geht, was bleibt und was kommt? Eigene Stile entstehen, die Musiker finden eigene Gesetze und erproben ihre Übertretung. Eine Begegnung mit der Welt der Wahrnehmung, der Eigensinnlichkeit, der Berechenbarkeit und erst recht der Unberechenbarkeit. Da gibt es Längen und Gedankenblitze, heisse Rhythmen über kühlendem Wasser, klare Botschaften neben poetischer Verlorenheit. Das sind Songs und Stories über Meerjungfrauen, Wirbelstürme, Mondstaub und sich selbst. Als side-project von Theater HORA in Zürich entstanden, stehen die sieben sogenannt geistig behinderten und nicht behinderten Musiker künstlerisch längstens auf eigenen Beinen.
Es spielen: Denise Wick Ross (Gesang), Sandra Grande (Gesang, Melodika), Brigitte Odermatt (Pauke, Shrutibox), Enrico Rizzi (Gitarre), Ibi (Schlagzeug), Salome Schwarzbach (Wurlitzer, Akkordeon), Roland Strobel (Gitarre)


Mi. 13. Juni, 20.15 Uhr, Neuer Kasinosaal, Affoltern a/A
dieRegierung (CH) in concert
Auf die Wechselwirkung von Musik, Theater und Improvisation setzt das Künstlerkollektiv dieRegierung seit jeher und verfolgt dabei konsequent den subversiven Weg in Richtung völliger künstlerischer Freiheit. Da ist zunächst Landwirtschaftsminister Hanspeter Dörig, der von Geburt an zerebrale Bewegungsstörungen hat. Am Schlagzeug bewegt er sich aber völlig frei, zuweilen komplett unabhängig von jeglicher Rhythmik, und legt damit den Grundstein zum aussergewöhnlichen Improvisationsvermögen der ganzen Band. Ähnlich Polizeiminister Franco Scagnet, der als gehörloser Autist auf dem Vibraphon lediglich dann Töne anschlägt, wenn er es für richtig hält. Für den Einbezug von urchiger, teils mystischer Schweizer Volksmusik sowie Freejazzfragmenten verantwortlich ist Martin Baumer, der sich neben seinem Amt als Gesundheitsminister als Handörgeler, Jazz-Trompeter und Ethno-Sänger betätigt. Die Klavier- oder Keyboardtasten bedient Roland Altherr. Die tiefe Stimme des Innenministers stellt dabei ein prägendes Element dar. Aussenminister Massimo Schilling schliesslich sorgt für einen satten Elektro- und einen swingenden Hawaiigitarrensound sowie einige Klangspritzer zwischendurch. "In der Musik haben wir unsere gemeinsame Sprache gefunden. Wir hören und reagieren immer besser aufeinander. So gesehen ist dieses Projekt musikalisch das bisher radikalste, weiss Heinz Büchel, "normal-behinderter" Bassist und Kapitän der Regierung.


Do. 14. Juni, 20 Uhr, Kurtheater / Baden
Sa. 16. Juni, 20 Uhr, Kammgarn / Schaffhausen
Theater Thikwa & theater zum westlichen stadthirschen (D)
Maison de Santé – Einladung zur feinen Gesellschaft
Im Jahr 1830 reist ein Berliner Medizinstudent auf der Suche nach fortschrittlichen Methoden der Behandlung von Geisteskranken nach Südfrankreich. Der Direktor einer modern geführten Psychiatrie will ihm seine Einrichtung zeigen, doch zuvor bittet er den Gast zu einem vornehmen Essen. Noble Herrschaften erzählen sich bei feinen Speisen, Musik und Tanz ungewöhnliche Lebenserfahrungen und Ideen. Ahnt der Reisende, wen er vor sich hat? Droht der Abend zu kippen, und wenn ja, wohin? Frech, subtil und frei nach Edgar Allan Poes Erzählung "Die Methode Dr. Thaer & Prof. Fedders" stellen die geistig behinderten und nichtbehinderten KollegInnen der beiden Berliner Ensembles in dieser einmaligen Zusammenarbeit vertraute Entscheidungsmuster in Frage. Ob du als Genie, Heiliger oder als Wahnsinniger giltst, das entscheidet die Wertegesellschaft. Ob jemand zu den Patienten oder zum Personal in der Psychiatrie gehört, scheint mitunter ein Zufall der Lebensgeschichte zu sein. Und was passiert, wenn die Patienten dem Zufall ein bißchen nachhelfen? "... der gestärkte Zuschauer aber, der sich dem Genuß dieser genialen Arbeit anvertraut, erlebt einen Theaterabend vollkommenen Glücks."
(Berliner Morgenpost)
Mit: Dominik Bender, Patrick von Blume, Heidi Bruck, Jonny Chambilla, Ronny Dollase, Wolfgang Fliege, Torsten Holzapfel, Janette Lange, Almut Lücke-Mündörfer, Vincent Martinez, Tim Petersen, Patricia Schulz, Roland Strehlke, Birgit Wölke
Regie: Werner Gerber

OKKUPATION! Unterwegs Symposium

Di. 5. Juni, 10-18 Uhr, Kulturzentrum Union / Basel
Im Rahmen von IntegrArt 2007:
Symposium Brückenschlag zwischen Kunst und Behinderung
Die Überwindung bestehender Normen ermöglicht neue Ausdrucksformen. Das Symposium thematisiert die künstlerische Arbeit von und mit Menschen mit einer Behinderung in den darstellenden Künsten. Während in der bildenden Kunst oder in der Musik KünstlerInnen mit einer Behinderung weitgehend uneingeschränkt wirken, sind DarstellerInnen mit einer Behinderung auf der Bühne selten oder oft in therapeutischen und soziokulturellen Projekten zu sehen. Mehr und mehr wird jedoch auch in den darstellenden Künsten die herrschende Normierung der körperlichen und mentalen Voraussetzungen in Frage gestellt. Für Kunst und Gesellschaft ergeben sich neue Möglichkeiten und Chancen. Das Symposium will zusammen mit Förderern, KünstlerInnen, VeranstalterInnen und Experten aus den Bereichen Behinderung und Bühne Grundlagen und Wege für ein gemeinsames Wirken auf der Bühne debattieren.
Organisiert wird die Tagung gemeinsam vom Migros-Kulturprozent, der Pro Infirmis, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und den Festivals wildwuchs 07, OKKUPATION! und Berner Tanztage sowie dem Verein BewegGrund. Veranstaltungsort ist das Kultur- und Begegnungszentrum Union in Basel. Die Teilnahme ist kostenlos, die Anzahl der Plätze begrenzt. Anmeldung erforderlich beim Migros-Genossenschafts-Bund!
Weitere Informationen und das ausführliche Programm unter www.kulturprozent.ch/integrart
